Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolperstein 1 2021Stolperstein 2 2021

Der 09.11.1938 gilt als Startpunkt eines der dunkelsten Kapitel der Deutschen Geschichten. In der Reichspogromnacht stürmten Soldaten der SA und Mitglieder der NSDAP Geschäfte, Wohnhäuser und Synagogen der jüdischen Bevölkerung Deutschlands, zündeten sie an und misshandelten und töteten tausende Juden. Es war der Startpunkt für die “Endlösung”, die Vernichtung alles jüdischen Lebens in Europa. Im Zuge des Genozids starben nicht nur über 6.000.000 Juden, sondern auch viele angehörige anderer Volksgruppen wie der Sinti und Roma sowie Künstler und Widerstandskämpfer.

 

Aus diesem Grund gilt der 09.11 als Tag der Erinnerung an den Holocaust und der Mahnung, dass sich ein solches Verbrechen nicht wiederholen darf. Um diese Erinnerung auch über diesen Tag hinweg präsent zu halten, wurde bereits 1992 die Aktion “Stolpersteine” des Künstlers Gunter Demnig ins Leben gerufen, die mit kleinen Gedenktafel im Pflaster der Bürgersteige an Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Oftmals werden Sie vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer oder an Orten des Verbrechens platziert. Mit mehr als 75.000 solcher Steinen in 26 europäischen Ländern gelten sie als das größte dezentrale Denkmal der Welt. 

 

Auch in Koblenz kann das aufmerksame Auge eine Vielzahl solcher Stolpersteine entdecken. Für einen dieser Steine, platziert vor der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz (in der Zeit des 3. Reichs das GeStaPo-Gefängnis Koblenz), hat unsere Schule dieses Jahr im Sommer die Patenschaft übernommen. Der Stein erinnert an den evangelischen Pfarrer Paul Schneider, auch bekannt als den Prediger von Buchenwald. Angestoßen durch die Übernahme der Patenschaft erarbeiteten die Schüler der Klasse 10a die Biografie des Pfarrers und die Gründe, wieso ihm ein solcher Stolperstein gewidmet wurde. Schon früh stellte Paul Schneider sich, persönlich als auch in seiner Person als Gemeindepfarrer, gegen die Ideologie der NSDAP, weshalb er immer wieder für mehrer Monate inhaftiert und schlussendlich aus dem Rheinland verbannt wurde. Da er der Verbannung nicht nachkam, wurde er erneut in Koblenz inhaftiert und schließlich ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er nach zwei Jahren der Misshandlung und Folter ermordet wurde.

 

Um die Erinnerung an Paul Schneider und die anderen Opfer des NS wach zu halten, wird jedes Jahr der 09.11. genutzt, um die Stolpersteine zu reinigen, zu polieren und um im Gedenken Blumen niederzulegen. Für die Patenschaft unserer Schule übernahmen in dieser Jahr Finn Hofman und Simon Roso aus der Klasse 10a diese wichtige Aufgabe und säuberten den Stein an der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz.

 

Im kommenden Jahr ist Dank einer Kooperation zwischen unserer Schule, der Stadt Koblenz, der Christlich-Jüdischen Gemeinde und des Künstlers Gunter Demnig die Verlegung weiterer Stolpersteine in der Goldgrube geplant, für die die SFS die Patenschaft übernehmen wird.