Konzert 12 2021

Ein Cross Over aus Mozart, Beethoven, den Beatles und Michael Jackson - das geht nicht? Professor Nikolaus Maler (Fagott) und Joël Cantori (Violoncello) von der Rheinischen Philharmonie beweisen das Gegenteil. Auf Initiative von Musiklehrer Martin Adam gaben die beiden Musiker am Montagmorgen in der Mensa der St. Franziskus-Schule vor den Schüler*innen der 5. Klassen ein Konzert. Die Kinder lauschten nicht nur begeistert den harmonischen Klängen von Fagott und Violoncello, sie lernten nebenbei auch noch, warum Mozarts Zauberflöte im Theater aufgeführt wird und was eigentlich eine Arie ist. Darüber hinaus gaben die beiden Musiker auch Informationen zu einzelnen Stücken. So erklärten sie, dass “Die Königin der Nacht” musikalisch davon erzählt, dass besagte Königin glaubt, ihre Tochter sei entführt worden und dass sie daher sehr zornig ist. Vor diesem Hintergrund klingen die Tonfolgen noch einmal ganz anders und man kann den Ärger der Königin geradezu aus der Musik heraushören. Genau das ist Teil des Konzepts. „Wir wollen mit den Kindern auch über die Musik sprechen und versuchen, die Werke mit den dazugehörigen Geschichten zu verbinden“, sagt Maler. Wenn man den Schülern beispielsweise davon berichte, dass Beethoven zeitweise in Koblenz gelebt habe und bitterarm gestorben sei, interessierten sie sich plötzlich auch für die Thematik und seien mit großer Begeisterung dabei. Zwar glauben die Musiker nicht, dass ihre Konzerte alleine die Schüler dazu bewegen könnten, ein Instrument zu erlernen und in der Philharmonie mitspielen zu wollen. Aber darum gehe es in erster Linie gar nicht, so Maler, sondern darum, Kinder erst einmal auf klassische Musik aufmerksam zu machen. Außerdem werde oft verkannt, welche Bedeutung klassische Musik auch für aktuelle Stücke habe, denn “ohne Mozart und Beethoven würden heute nicht Michael Jackson und Madonna im Radio gespielt.”

Dem jungen Publikum hat diese Musikstunde der besonderen Art auf jeden Fall sichtbar gut gefallen und vielleicht überlegt sich der eine oder die andere ja doch, ein (neues) Instrument zu erlernen. 

 

(Text: Martin Adam und Tanja Rieger)